Kuh mit Horn – UNESCO-Weltkulturerbe?
Die Kuh wird entwürdigt und zur reinen Produktionsmaschine degradiert. Denn nur noch etwa zehn Prozent der Kühe tragen heute Hörner.
2018 verwarf das Schweizer Stimmvolk mit knapp 55 Prozent die sogenannte Hornkuh-Initiative. Sie sah vor, besonders naturnahe, umwelt- und tierfreundliche Produktionsformen durch wirtschaftlich lohnende Anreize zu fördern. Halterinnen und Halter von horntragenden Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken sollten finanziell unterstützt werden.
Hinter der Initiative stand die IG Hornkuh mit dem Biolandwirt Armin Capaul an ihrer Spitze.
Die reichte im Januar 2026 bei der UNESCO in Paris den Antrag ein, die horntragende Schweizer Kuh als immaterielles Weltkulturerbe der westlichen Welt anzuerkennen.
Mit dieser Anerkennung, so die IG Hornkuh, könnten die entsprechenden Ställe mit einer UNESCO-Tafel gekennzeichnet werden. Einheimische wie auch Touristinnen und Touristen könnten dadurch motiviert werden, jene Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen, die sich aktiv für den Erhalt der Hörner einsetzen.
Wie enorm wichtig das Horn für das Rindvieh ist, weiss man schon lange. Kühe verfügen über eine ausgeprägte Sozialkompetenz und kommunizieren unter anderem mit ihren Hörnern. Die Rangordnung innerhalb der Herde wird vorwiegend über diese geklärt. Fehlen sie, fehlt den Tieren ein zentrales Ausdrucks- und Imponiermittel.
Mit der Entfernung oder dem Wegzüchten der Hörner raubt man den Tieren ein wesentliches Organ zur Bildung der sozialen Rangordnung und zur Erhaltung ihres Gleichgewichts. Das Horn ist zudem ein notwendiges, stark durchblutetes und sehr schmerzempfindliches Organ.
Fast alle Kühe, die uns in der Werbung begegnen, sind "Fake-Kühe": Sie tragen Hörner – obwohl die realen Tiere diese längst nicht mehr haben.
Im Zusammenhang mit der damaligen Hornkuh-Initiative realisierte ich eine Broschüre, die detailliert aufzeigt, wozu das Horn der Kuh dient. Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.